WESER-KURIER vom 22.05.2014

 

116 Anti-Mobbing-T-Shirts an der Oberschule Habenhausen verteilt / Demütigungen und Schikanen haben keine Chance

Ihr Engagement tragen die Schüler auf der Brust

Von Solveig Rixmann

 

Habenhausen. Schülerinnen und Schüler der Oberschule Habenhausen haben sich im Zuge des Koffer-Projektes „Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!“ intensiv mit dem Thema Mobbing auseinandergesetzt. Um deutlich zu zeigen, dass an ihrer Schule Mobbing keine Chance hat, ließen sie Anti-Mobbing-T-Shirts anfertigen.

 

Foto: © Solveig Rixmann

Setzen sich für ein faires Miteinander an ihrer Schule mit ihren Anti-Mobbing-T-Shirts ein: Mahmud (elf Jahre, 5d), Celine (zehn Jahre, 5a), Carla (elf Jahre, 5d) und Alina (zehn Jahre, 5d).

Häufiges Drangsalieren, Demütigungen, immer wiederkehrende Schikanen, das ist Mobbing. Damit diese Quälerei an ihrer Schule nicht vorkommt, engagieren sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis sechs der Oberschule Habenhausen ganz besonders für ein faires Miteinander. Um auch allen anderen Mitschülern zu zeigen, dass sie eine Anti-Mobbing-Schule sind, haben die fünften Klassen mit der Unterstützung durch die Techniker Krankenkasse Anti-Mobbing-T-Shirts anfertigen lassen.

Vier Klassen wurden jetzt mit den Anti-Mobbing-T-Shirts ausgerüstet. 116 T-Shirts insgesamt wurden verteilt. „Das war ein Engagement der Schule“, betont Eschin Marbin, die bei der Techniker Krankenkasse für das Koffer-Projekt „Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!“ zuständig ist, dass die Initiative von der Oberschule Habenhausen ausging. Da die besonders engagiert sei, habe man das gerne unterstützt.

Zum Glück sei er noch nicht gemobbt worden, erzählt Mahmud aus der 5d. Aber der Elfjährige kennt einige, die gemobbt wurden. „Die haben ein paar Mal die Schule gewechselt.“ Wer Opfer von Mobbing wird, dem rät er: „Zum Lehrer gehen.“ „Und auf jeden Fall zu Hause erzählen“, ergänzt die elfjährige Carla aus der 5d. Celine aus der 5a und die zehnjährige Alina aus der 5d bestätigen das.

Die Schülerinnen und Schüler wissen jetzt, wie sie Warnsignale frühzeitig erkennen und wie sie sich und ihren Mitschülern helfen können. In einer Projektwoche haben sich die Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse intensiv sowohl mit dem Thema Mobbing als auch Cybermobbing auseinandergesetzt. „Wir haben sehr viel gearbeitet“, berichtet die zehnjährige Celine. Sie hätten Filme geschaut, Rollenspiele gemacht und in den Klassen über das Thema geredet, berichten die Fünftklässler.

Die vier sind noch nicht in sozialen Netzwerken oder eigenständig im Internet aktiv – vor Cybermobbing sind sie also noch geschützt. Aber irgendwann werden sie auch dort posten, chatten und Filme gucken, und dann können sie auch über Internet oder Handy Opfer von Mobbingattacken werden. Durch die Projektarbeit sind sie auf das vorbereitet, was passieren kann, und dafür sensibilisiert.

Das Material für die Projektwoche kam in einem Koffer – dem Anti-Mobbing-Koffer. Die Aufklärungskampagne ist eine Kooperation des Landesinstituts für Schule (LIS) Bremen und der Techniker Krankenkasse. Das Koffer-Projekt startete 2011. Insgesamt nahmen bisher 24 Schulen aus Bremen und Bremerhaven an dem Projekt teil. 135 Klassen haben mit den Materialien gearbeitet, sodass rund 3500 Schüler damit unterrichtet wurden. Aktuell wurden aufgrund der Nachfrage 50 Koffer nachproduziert, damit werden derzeit 250 Anti-Mobbing-Koffer an Bremer und Bremerhavener Schulen eingesetzt.

Mobbing sei an der Oberschule Habenhausen kein großes Problem, meint Lehrer Daniel Duensing, der dort Ansprechpartner für das Thema ist. Doch Prävention ist grundlegend wichtig. Die Schule war eine der ersten, die die Aufklärungskampagne gestartet hat. Seit drei Jahren wird in den jeweiligen fünften Klassen der Oberschule Habenhausen mit dem Anti-Mobbing-Koffer gearbeitet. Der beinhaltet unter anderem Arbeits- und Informationsmaterialien, Flyer und Filme zum Thema. „Es ist auch wichtig, dass wir Lehrer für dieses Thema sensibilisiert werden“, sagt Daniel Duensing. Aber auch bei den Eltern sei das Interesse groß gewesen, berichtet er. Auch sie werden in das Aufklärungsprojekt mit einbezogen.

Ihr Engagement tragen die Schülerinnen und Schüler jetzt auch auf der Brust. Mit ihren neuen Anti-Mobbing-T-Shirts beziehen sie klar Stellung. Gemeinsam setzen sie sich für ein faires Miteinander ein.

 

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